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Guttaperchapresse

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Dies bildete einen entscheidenden Wendepunkt – sowohl für das Unternehmen, als auch für Siemens persönlich. Währenddessen heiratete der aufstrebende Unternehmer in Königsberg am 01. Oktober 1852 Mathilde Drumann, Tochter des Universitätsprofessors Wilhem Drumann. 1860 wurde er mit der Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin ausgezeichnet und wurde zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt. Kurz daraufhin schloss er sich als Abgeordneter der liberalen Deutschen Fortschrittspartei dem Preußischen Abgeordnetenhaus an. Nach dreizehnjähriger Ehe, aus der vier Kinder hervorgingen, starb 1865 Mathilde nach langem und schweren Leiden. Im selbem Jahr gründeten Siemens und seine Brüder Wilhelm und Carl die “Siemens Brothers & Co.” in London, da es in England Aufträge regnete. Meinungsverschiedenheiten zwischen den Siemens-Brüdern und Halske führte zum Ausscheiden von Halske von der Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske. Somit wurden Carl und Wilhelm die neuen Teilinhaber des Unternehmens. Das Familienunternehmen Siemens wurde geboren. 1866 entwarf Siemens aufbauend auf Arbeiten des englischen Physikers Michael Faraday entdeckt Siemens das dynamoelektrische Prinzip zur Erzeugung elektrischer Energie. Mit seiner Entdeckung war erstmals die Herstellung beliebiger Spannungen ohne den Einsatz von Batterien möglich.

Mithilfe von Drahtwindungen und weichem Eisen konnte Kraft in elektrischen Strom umgewandelt werden und umgekehrt elektrischen Strom in Arbeitsleisten. Werner von Siemens hatte mit diesem Prinzip – neben der Telegraphie- der damals jungen Elektrotechnik wichtige Impulse verliehen und die Entwicklung der Elektroindustrie entscheidend gefördert. Er schuf nicht nur den Begriff Elektrotechnik, er bestimmte auch das, was man bald unter diesem Wort verstand. Am 13. Juli 1869 heiratete er in zweiter Ehe seine entfernte Verwandte Antonie Siemens, die Tochter von Carl Georg Siemens. Darüber hinaus führte er mit Bautrupps technisch anspruchsvolle und unternehmerisch äußerst riskante Projekte über Kontinente, Meere, Gebirge und Steppen durch. Nach dreijähriger Bauzeit wurde 1870 die Indo-Europäische Telegraphenlinie mit einem Telegrammwechsel von London über Teheran nach Kalkutta mit einer Länge von über 11.000 Kilometern eröffnet. Nach einer persönlicher Krise engagierte sich Werner von Siemens wieder mit voller Kraft in der Unternehmungsführung. Siemens machte sich schon früh Gedanken um das Schicksal seiner Mitarbeiter: “Mit würde das Geld wie glühendes Eisen in der Hand brennen, wenn ich den treuen Gehilfen nicht den erwarteten Anteil gäbe”. Somit begründete er 1872 – viel früher als der Staat – mit der Einführung einer Pensions-, Witwen- und Waisenkasse die betriebliche Altersversorgung für die Belegschaft.

SchiffDes weiteren wurde der “9-Stunden-Arbeitstag” eingeführt. 1879 baute Siemens die weltweit erste elektrische Straßenbeleutung und Eisenbahn, welche er auf der Berliner Gewerbeausstellung präsentierte. Zusammen mit Heinrich Stephan, Generalpostmeister, gründete er folglich den Elektrotechnischen Verein in Berlin, der die Einrichtung von Lehrstühlen für Elektrotechnik an den Technischen Hochschulen anregte. Die Erfindungen von Werner von Siemens nahmen großen Einfluss auf die technische Entwicklung. 1881 kam es zum Bau und zur Inbetriebnahme der ersten elektrischen Straßenbahnstrecke der Welt in Berlin-Lichterfelde. In Anerkennung seiner Verdienste für die Wissenschaft und Gesellschaft wird Siemens 1888 in den preußischen Adelsstand durch Kaiser Friedrich III. erhoben. Von da an hieß er Werner von Siemens. Im Bewusstsein seiner höchst wichtigen Persönlichkeit begann er 1889 die Niederschrift seiner “Lebenserinnerungen” und scheidet aus dem Familienunternehmen aus. Zwar übergab er die Firmenleitung an seinen Bruder Carl und seine Söhne Arnold und Wilhelm, behielt jedoch bis zu seinem Tod weiter bestimmenden Einfluss. Am 06. Dezember 1892 starb Werber von Siemens an einer Lungenentzündung in seinem Haus in Charlottenburg bei Berlin.

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