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Ein Leben für die Wissenschaft

 

 

Werner-von-Siemens

Quelle: http://www.zeno.org – Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

Werner von Siemens gilt als Vater der Elektrotechnik. Doch wer war dieser Mann? Von Siemens wurde am 13.12.1816 in Lenthe bei Hannover geboren. Er war das vierte von 14 Kindern des Gutpächters und Landwirts Christian Ferdinand Siemens und dessen Ehefrau Eleonore Siemens, geborene Deichmann. Allerdings erreichten davon nur zwei Mädchen und acht Jungen das Erwachsenenalter.

Dennoch verlebte er glückliche Kinderjahre auf dem väterlichen Pachtgut, dem Obergut Lenthe bei Hannover, wo die Familie Siemens zehn Jahre lang wohnte. Aufgrund der politischen Verhältnisse in Deutschland, welche für seinen Vater sehr niederdrückend war, siedelte die Familie nach Mecklenburg-Strelitz um. Sein Vater pachtete die Domäne Menzendorf im Fürstentum Ratzeburg. Hier in Menzendorf wuchs er mit seinen Geschwistern ziemlich frei und wild auf, da sich seine Eltern mehr mit den wirtschaftlichen Sorgen beschäftigten mussten, als mit der Erziehung deren Kinder. Die finanziellen Verhältnisse erschwerten von Siemens und seinen Geschwistern eine formale Schulbildung. Seinen ersten Unterricht erhielt er Anfang von seiner Großmutter, die seit dem Tode ihres Mannes bei der kinderreichen Familie wohnte.

Das Lesen und Schreiben verdankt er deshalb seiner Großmutter. Später gab ihm sein Vater selbst ein halbes Jahr lang Unterricht. Mit elf Jahren besuchte er die Bürgerschule des benachbarten Städtchens Schönberg von Menzendorf. Da Werner kein besonders fleißiger Schüler war, engagierte sein Vater ab Ostern 1829 schließlich einen Hauslehrer. Anschließend besuchte er für drei Jahre ein Gymnasium in Lübeck, die Katharinenschule. Im wesentlichen wurden auf dem hochangesehenen Gymnasium humanistisch-altsprachliche Lehrinhalte vermittelt, was zu weiteren Misserfolgen führte, da ihm die alten Sprachen recht schwer fielen. Seine wahren Stärken und Neigungen lagen in der Mathematik und in den Naturwissenschaften. Mit dieser Erkenntnis verließ der damals 17jährige das Gymnasium vorzeitig ohne formalen Abschluss. Zwar wollte er einen praktisch-wissenschaftlichen Beruf ergreifen. Doch machte die angespannte Finanzlage seiner Eltern ein Studium an der Berliner Bauakademie unmöglich.

Werner von Siemens erhält sein erstes preußisches Patent für ein galvanisches Verfahren zur Vergoldung und Versilberung.

Werner von Siemens erhält sein erstes preußisches Patent für ein galvanisches Verfahren zur Vergoldung und Versilberung.

Werner von Siemens bewarb sich daher, auf den Rat seines Lehrers Ferdinand von Bültzingslöwen, beim preußischen Ingenieurskorps in Berlin, wo er das Wissen erlangen könnte, welches auf der Bauakademie gelehrt wurde. Mit der Einverständnis seines Vaters verließ er im Frühjahr 1834 das Elternhaus. Angekommen in Berlin riet ihm der Chef des Ingenieurskorps, General Gustav von Rauch, wegen der mehrjährigen Wartezeiten, sich bei der Artillerie-Brigade zu bewerben. Mit einem Empfehlungsschreiben wurde er nach Magdeburg geschickt, wo er von vierzehn Kandidaten als einer von vier der Artillerie- und Ingenieurschule beitreten konnte. Gemäß seinem langersehntem Wunsch, konnte er somit eine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung ausüben. Der junge Soldat widmete seine gesamte Freizeit der Physik, Chemie und Technik. Nach eigener Aussage bildete sein dreijähriges Studium unter der Leitung tüchtiger Lehrer, wie beispielsweise dem Mathematiker Ohm, die Grundlage seiner späteren Erfolge. 1838 beendete er seine wissenschaftliche und technische Ausbildung als Artillerie-Leutnant. Nach mehr als vierjähriger Abwesenheit von Menzendorf konnte er nun seinen ersten Heimaturlaub antreten. Doch das Wiedersehen verlief nicht besonders erfreulich, da von Siemens feststellen musste, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Eltern nicht gebessert hatten. Schlimmer noch – der Gesundheitszustand sowohl von seiner Mutter, als auch von seinem Vater hatte sich enorm verschlechtert. Um seine Eltern zu entlasten und seinem Bruder Wilhelm zu realen Zukunftschancen zu verhelfen, nahm er ihn am Ende seines Urlaubs mit nach Magdeburg, wo der 15-jährige die Handels-und Gewerbeschule besuchen sollte. Der Band zwischen den Geschwistern wurde später durch den rasch aufeinanderfolgenden Tod beider Elternteile verstärkt.

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