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Was stand am ersten August 1914 in den Zeitungen. Wie titelten sie und wie standen sie zum Krieg. Lesen sie was die Norddeutsche Allgemeine Zeitung, Frankfurter Zeitung und Münchener Neuste Nachrichten schrieben – 100 Jahre später.

Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung wurde 1861 gegründet. Sie ging aus der „Leipziger Allgemeinen Zeitung hervor“. Ab 1872 bekam sie den Spitznamen „Bismarcks Hauspostille“, da die Gesellschafter der Zeitung direkte Freunde des Reichskanzlers waren. Eine Zeit lang wurde die Zeitung direkt vom Auswärtigen Amt finanziert. Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Norddeutsche Allgemeine Zeitung als Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ) in Berlin wiedergegründet. Sie stellte den betrieb am 24. April 1945 ein.

Zeitung: Norddeutsche Allgemeine Zeitung – Ausgabe: 01. August 1914

Ultimatum an Russland

Die Vorgeschichte

“Nachdem Seine Majestät der Kaiser den Kriegszustand für das Reich erklärt hat, ist der Zeitpunkt gekommen, die Vorgänge, die zu diesem Entschluß geführt haben, in Kürze darzulegen. Eine genauere aktenmäßige Darstellung bleibt vorbehalten.

Seit Jahren hat Österreich-Ungarn gegen Bestrebungen zu kämpfen, die mit verbrecherischen Mitteln unter Duldung und Förderung der serbischen Regierung auf die Revolutionierung und Losreißung der südöstlichen Landesteile Österreich-Ungarns hinarbeiten. […] In diesem Falle kam ein Lebensinteresse Deutschlands in Frage: der ungeschwächte Bestand der uns verbündeten Monarchie, dessen wir zur Erhaltung unserer eigenen Großmachtstellung inmitten der Gegner von Ost und West bedürfen.

Deutschland hat sich von vornherein auf den Standpunkt gestellt, daß die Auseinandersetzung mit Serbien eine Angelegenheit sei, die nur Österreich-Ungarn und Serbien etwas angehe. Unter Wahrung dieses Standpunktes haben wir mit der größten Hingabe an allen Bemühungen teilgenommen die auf Erhaltung des europäischen Friedens gerichtet waren. […]Unserem Bundesgenossen haben wir geraten, jedes mit der Würde der Monarchie vereinbare Entgegenkommen zu zeigen. Insbesondere haben wir allen englischen, auf Vermittlung zwischen Wien und Petersburg hinzielenden Schritten hilfreiche Hand geliehen.[…]

Während also die deutsche Regierung auf Ersuchen Rußlands vermittelte, machte Rußland seine gesamten Streitkräfte mobil und bedrohte damit die Sicherheit des Deutschen Reiches, von dem bis zur Stunde noch keinerlei außergewöhnliche militärische Maßnahmen ergriffen waren.

So ist, nicht von Deutschland herbeigerufen, vielmehr wider den durch die Tat bewährten Willen Deutschlands, der Augenblick gekommen, der die Wehrmacht Deutschlands auf den Plan ruft.“

Die Münchener Neuste Nachrichten erschien von 1848 bis 1945 und war die Auflagenstärkste Zeitung in Süddeutschland. Bis zu Beginn des ersten Weltkriegs war sie eine sehr liberale Zeitung, mit Ausbruch des Krieges nahm sie dann eine konservativere Haltung an. Die letzte Ausgabe der MNN erschien am 28. April 1945. Die Süddeutsche Zeitung sieht sich selbst in der Nachfolge der Münchener Neusten Nachrichten und übernahm diesen Namen für ihren Lokalteil.

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Zeitung: Münchener Neuste Nachrichten– Ausgabe: 01. August 1914

Titelseite

Deutschland vor dem Kriege
– Russland will den Weltkrieg – Deutschland im Kriegszustand – Allgemeine Mobilmachung in Russland und Österreich-Ungarn –

Eine letzte Mahnung an Russland

Mobilmachung in Aussicht

Die Frankfurter Zeitung wurde 1856 als „Frankfurter Geschäftsbericht“ gegründet. Ab 1866 erschien sie dann unter dem dem Namen Frankfurter Zeitung, in Klammern ergänzt stand „Frankfurter Handelszeitung“ und „Neue Frankfurter Zeitung“ Die Redakteure der FZ sahen sich der Schaffung einer liberalen, demokratisch-sozialen Gesellschaft verpflichtet. Im Mai 1943 wurde die Zeitung, augrund eines Artikels, von Adolf Hitler verboten. Die letzte Ausgabe erschien am 31. August 1943. Im Jahr 1959 erhielt die neugegründete Frankfurter Allgemeine Zeitung das Recht, den Namen Frankfurter Zeitung im Impressum zu führen.

Foto: FAZ - Screenshot

Foto: FAZ – Screenshot

Zeitung: Frankfurter Zeitung – Ausgabe: 01. August 1914

Vor der Mobilmachung

Ein deutliches Ultimatum

„Nachdem die auf eigenen Wunsch des Zaren selbst unternommene Vermittlungsarbeit, von der russischen Regierung durch allgemeine Mobilmachung der russischen Armee und Marine gestört worden ist, hat seine Majestät des Kaisers heute in St. Petersburg wissen lassen, das eine deutsche Mobilmachung in Aussicht steht falls Russland nicht binnen zwölf Stunden seine Kriegsvorbereitungen einstellt und hierüber eine bestimmte Erklärung abgibt.

Gleichzeitig ist an die französische Regierung eine Anfrage über ihre Haltung im Falle eines deutsch-russischen Krieges gerichtet worden.“

Zeitung: Frankfurter Zeitung – Ausgabe: 01. August 1914 – Heftteil: Frankfurter Handelsblatt

Die deutschen Banken beim Semesterwechsel

Der Ausbruch des Krieges unterbricht bei der deutschen Bankenwelt eine mit Energie eingeleitete und schon ein tüchtiges Stück geforderte Reformarbeit: die Bemühung nach Erhöhung der Liquidität.

Ich bin der Gründer und Chefredakteur von PolTec-Magazin und Student an der Technischen Hochschule Nürnberg GSO im Fach Technikjournalismus und Technik-PR (seit dem Wintersemester 12/13).
Gerne folgt mir auch auf meinen sozialen Kanälen 🙂
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