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Chernobyl_Nuclear_Power_Plant

Quelle: commons.wikimedia.org Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation v1.2
Urheber: Mond

 

Am 26. April 1986 explodierte der Block IV des Atomkraftwerks Tschernobyl. Dies war trotz Fukushima der schwerste Reaktorunfall der Geschichte. Die radioaktive Wolke riss Tonnen radioaktives Material mit und verseuchte große Teile Russlands, Weißrusslands und der Ukraine. Außerdem zog sie über Mitteleuropa bis zum Nordkap weiter.

 

 

 

 

600.000 bis 800.000 Männer waren an den Aufräum- und Bauarbeiten des Sarkophags beteiligt. Dieser sollte den Reaktor komplett bedecken und weiteren Strahlenaustritt verhindern. Doch schon nach wenigen Jahren stellten die Behörden erhebliche Schäden am Beton-Mantel fest, die Gefahr weiterer radioaktiver Verstrahlung war immens.

Russland, Ukraine, die Europäische Union und die USA stellten 1997 neue Mittel zum Bau eines neuen Schutzmantels zur Verfügung, der mindestens 100 Jahre überstehen sollte. In knapp einem Jahr soll der Bau endlich abgeschlossen sein.

Die beträchtlichen materiellen Schäden fallen jedoch nicht annähernd so stark ins Gewicht wie die menschlichen. Bis heute kann nicht genau beziffert werden, wie viele der Feuerwehrmänner und Soldaten, die damals als Erste vor Ort waren, an den direkten Folgen der Verstrahlung gestorben sind. Strahlenmediziner schätzen, es könnten um die 50.000 sein. Darüber hinaus mussten damals etwa 450.000 Menschen innerhalb kürzester Zeit evakuiert und umgesiedelt werden. Viele von ihnen leiden noch heute an Schilddrüsenerkrankungen und/oder verschiedenen Krebsarten.

Diese Katastrophe schien nach Jahrzehnten zu verblassen und in Vergessenheit geraten zu sein, wodurch die Sicherheit anderer Reaktoren weltweit vernachlässigt wurde. Der GAU in Fukushima forderte diese erschreckende Tatsache zutage. Hätte man die Sicherheitsanforderungen entsprechend erhöht und umgesetzt, wäre es vermutlich nicht zu diesem Unglück gekommen.

Dennoch wurden nicht überall die entsprechenden Konsequenzen gezogen: Politische Maßnahmen haben zwar in vielen Ländern Europas zur Abschaltung mehrerer Kernkraftwerke geführt, aber andere Länder, wie unter anderen Tschechien, Frankreich, die USA und Russland kündigten den Bau neuer Meiler an.

 

von Santiago Reinbold

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