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Technische Hilfsmittel im Fußball? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Trotzdem sollen bei der WM 2014 in Brasilien gleich zwei Neuerungen den Schiedsrichtern das Leben leichter machen. PolTec stellt euch kurz die verschiedenen Systeme und ihre Einsatzgebiete vor.

Torlinientechnik

Hier werden im Moment zwei unterschiedliche Ansätze verfolgt: Die Magnetfeld- und die Kameraüberwachung. Das System „Chip im Ball“ konnte sich nicht durchsetzen und kam nie über eine Testphase hinaus.

–          Magnetfelder: GoalRef

Entwickelt wurde das System vom Frauenhofer-Institut in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Select. Hier wird hinter den Pfosten des Tores ein elektromagnetisches Feld aufgebaut. Im Ball befinden sich Spulen, die bei der Bewegung des Balles durch das Feld eine Induktion hervorrufen. Dadurch entsteht auch im Ball ein Magnetfeld. Die Wechselwirkungen dieser beiden Felder werden erkannt und ausgewertet. Bei einem Tor erhält der Schiedsrichter den Hinweis „Goal“ direkt auf seine Armbanduhr. Das System wurde bei der Klub-WM 2012 getestet. Auch beim Fifa Confederations Cup 2013 wurde es zusammen mit der GoalControl-Technologie verwendet.

Das Hawk-Eye in einem Tennisstation // wikimedia commons (c) JukoFF

Eine Hawk-Eye-Kamera in einem Tennisstation // wikimedia commons (c) JukoFF

–          Kameraüberwachung: Hawk-Eye

Dieses System wird schon seit längerer Zeit verwendet, und ist z. B. beim Tennis oder Snooker im Einsatz. Die vom Mathematiker Paul Hawkins entwickelte Technologie wird seit der Saison 2013/2014 in der Premier League verwendet, und ist damit das erste in einer Liga etablierte System. Sie funktioniert ähnlich wie die GoalControl-Technik. Durch mindestens vier, im Stadion fest installierte, Hochgeschwindigkeitskameras kann die Position des Balles genau bestimmt werden. Auch hier bekommt der Schiedsrichter durch eine Armbanduhr das Goal-Signal.

–          Kameraüberwachung: GoalControl

GoalControl wird bei der jetzigen WM in Brasilien verwendet. Die Funktionsweise ist ähnlich wie die des Hawk-Eyes. Insgesamt vierzehn Kameras (sieben pro Tor) werden im Station installiert und so eingestellt, dass sie jeden Winkel vor, im und hinter dem Tor aufnehmen. Befindet sich der Ball kurz vor der Torlinie wird die Aufnahme gestartet. Im WM Spiel Frankreich gegen Honduras wurde die Technik zum ersten Mal auf die Probe gestellt. Entwickelt wurde GoalControl vom gleichnamigen Startup  Unternehmen aus Deutschland.

–          Fair-Play-Schaum: 915 Fair Play Limit

Das “915 Fair Play Limit” getaufte Produkt soll die Schiedsrichter in Standardsituationen unterstützen. Der Schaum wird auf den Rasen gesprüht, um der aufgestellten Mauer den einzuhaltenden Abstand zum Freistoßschützen aufzuzeigen. Es zerfällt nach einer kurzen Zeitdauer von alleine.

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