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In unserem Land lagern circa 25 Millionen Tonnen Erdölprodukte, das sind fast 200 Tankschiffe mit Erdöl gefüllt. Die eine Hälfte besteht aus Rohöl, die andere aus Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin und Schweröl. Mit diesen Produkten soll der Erdölbedarf von Deutschland 90 Tage aufrecht gehalten werden, wenn es zu Erdölengpässen kommt.

 

Raffinerie fackelt Produktüberschuss ab. Fotograf: Michael Richter

Raffinerie fackelt Produktüberschuss ab. Fotograf: Michael Richter

Als 1973 der Ölpreis durch eine Förderminderung der erdölexportierenden Länder (OPEC) in die Höhe stieg, beschlossen mehrere Länder eigene „Strategische Ölreserven“ anzulegen. Durch diese Reserven wäre man nicht sofort von Ölknappheiten betroffen und ist somit weniger abhängig.

 

Diese Depots wurden größtenteils in Salzstöcken errichtet. Die größte Lagerstätte Deutschlands liegt in Wilhelmshaven. In über 30 Kavernen, das sind Hohlräume in einem Salzstock, wird Erdöl gelagert. Der Salzstock wurde mit Hilfe von Wasser ausgehöhlt, dadurch entstanden riesige Räume. Diese sind bis zu 600 Meter hoch und liegen 2 Kilometer unter der Erde. In das umgebende Erdreich kann das Öl nicht gelangen, weil das Salzgemäuer selbst für das Öl undurchlässig ist.

 

Die Kavernen werden Tief in der Erde errichtet, damit die Erdwärme das Öl im Raum zirkulieren lässt. Das Öl am tiefsten Punkt des Raumes ist wärmer und hat dadurch eine geringere Dichte als das kältere Öl an der höchsten Stelle der Lagerstätte. Das Medium mit der geringeren Dichte steigt nach oben und das mit der höheren sinkt ab. Dieser Kreislauf läuft kontinuierlich ab und hält das Öl durchmischt und somit frisch.
In Wilhelmshaven lagert circa ein Viertel der strategischen Ölreserven.Im Münsterland, dort, wo seit zwei Wochen Erdöl aus dem Boden sickert, werden nur circa ein Fünftel der Menge von Wilhelmshaven gelagert. Laut SZ sollen derzeit circa 50 Liter pro Stunde an die Erdoberfläche gelangen. An über 60 Stellen wurde bereits gebohrt, doch die Betreiber und die Behörden haben bis jetzt noch keine Ahnung, woher da Öl genau stammt. Kommt es direkt von einer Kaverne oder leckt eine Rohrleitung.

 

Ende November 2013 sind ebenfalls 40.000 Liter Rohöl aus einer Kaverne in Schleswig-Holstein ausgelaufen.

 

Ist es in Zeiten der Energiewende noch in Ordnung tausende Liter Erdöl in unterirdischen Höhlen einzuschließen? Was haltet ihr davon?

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