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Ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr, eine günstigere Krankenversicherung und billiges Mensaessen: Scheinstudenten genießen viele Vorteile, aber Prüfungsstress und Hausarbeiten bleiben ihnen erspart.

Klaus* ist 21 Jahre alt und studiert in Regensburg; zumindest offiziell. Er besucht keine Vorlesungen, schreibt keine Prüfungen und gibt keine Arbeiten ab. Zwar muss er einen Semesterbeitrag in Höhe von 117,00 Euro bezahlen, doch das lohnt sich für ihn. Bus und Bahn im Regensburger Raum sind das ganze Jahr über kostenlos. Da er noch unter 25 ist, bleiben ihm auch die Krankenkassenbeiträge erspart, schließlich ist er bei seinen Eltern mitversichert. Sogar das Kindergeld kassiert er. Dadurch ist es für Klaus kein Problem, sein Leben mit einem 450 Euro Job zu finanzieren. Die Frage die sich nun stellt: Ist das Betrug?

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In einem Hörsaal wir man keine Scheinstudenten antreffen Quelle: wikimedia/Psy student123

Prinzipiell ist die Anzahl der Scheinstudenten nur schwer zu erfassen. Zwar können die Universitäten die Zahl der eingeschriebenen Studenten mit der Zahl der Prüfungsanmeldungen vergleichen, doch ein eindeutiges Ergebnis ergibt das nicht. Scheinstudium, Prüfungsangst oder schlichte Faulheit lassen sich so nicht unterscheiden.

Der Bologna-Prozess sollte die Problematik ursprünglich bekämpfen. Die begrenzte Studiendauer und frühe Exmatrikulationen auf Grund von nicht bestandenen Prüfungsleistungen machten es den Scheinstudenten schwerer. Dem entgegen steht aber die Abschaffung der Studiengebühren, durch welche sich ein vorgetäuschtes Studium in den wenigsten Regionen gelohnt hat.

 

Profitieren die Hochschulen von den Scheinstudenten?

Zum Teil hängt es auch von der Studentenzahl ab wieviel Geld eine Hochschule bekommt. Die Rechnung mehr Studenten führen zu mehr Einnahmen ist aber zu einfach, da diese auch von der Absolventenquote und Einhaltung der Regelstudienzeit abhängt. Naturgemäß schaden hier die Scheinstudenten.

Dass die Unis gegen Scheinstudenten vorgehen, ist aber eher unwahrscheinlich. Abgesehen von der Prüfungsordnung gibt es kaum Maßnahmen. Eigene Nachforschungen würden wohl einen zu hohen Aufwand bedeuten. Auch von strafrechtlicher Seite haben Scheinstudenten wenig zu befürchten, schließlich verpflichtet die Immatrikulation weder Vorlesungen zu besuchen, noch Prüfungen zu schreiben.

*fiktiver Charakter

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