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Nachblick: SPS/IPC Drives – Eine Reportage

(c) Mesago GmbHDie SPS/IPC Drives ging vergangen Donnerstag zu Ende. PolTec Redakteur Erik Lauks begleitete eine fünfköpfige Gruppe Studenten durch die Hallen der Messe. Lesen Sie in dieser Reportage, wie es dabei zuging.
Erst vor wenigen Stunden wurde der Sonderzustand ausgerufen. Menschen drängen sich auf der Suche nach Essen oder anderer Beute auf den Wegen. Überall aufgeregtes Getuschel. Hungrige Augen blicken gierig umher. „Da!“, ruft jemand, zeigt mit ausgestreckter Hand nach vorne und eine Gruppe von fünf jungen Erwachsenen stürzt zum erspähten Ziel, schnappt sich, was nicht niet- und nagelfest ist – und sofort gehen die Studenten weiter zum nächsten Stand.

Solche Szenen sollte jeder kennen, der die diesjährige SPS IPC Drives besuchte. Doch die Aussteller dürfte das kaum gestört haben – im Gegenteil – jeder, der eine Umhängetasche oder einen Kugelschreiber mit Firmenlogo trägt, schwärmt als fleißige Arbeiterbiene aus und fungiert als billige, sich bewegende Litfaßsäule. Die SPS IPC Drives ist die größte Automatisierungsmesse der Welt. Mehr als 60.000 Besucher strömten dieses Jahr durch die Hallen und sammelten emsig Werbegeschenke der 1.622 Aussteller. Die Firmen kamen aus der ganzen Welt, um ihre Neuerungen vorzustellen, neue Kunden zu finden, in die Entwicklungsabteilungen der Konkurrenz zu blicken und zu werben.

Die fünf Studenten stehen im Kreis neben einem Ständer mit vielen gelben Umhängetaschen. Auf den Taschen steht „Pilz“.
„Also wie funktioniert das Messespiel nochmal?“, fragt einer.
„Alle Werbegeschenke geben Punkte. Stifte und Taschen nur einen, die gibt es überall. USB-Sticks geben fünf Punkte, ganz ungewöhnliche Sachen zehn.“
Alles über die SPS/IPC Drives
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  1. Tag 1:  Video : Warum auf die SPS
  2. Tag 2: Video : „Global Player im Gespräch“
  3. Tag 3: Video „Der SPS Überblick“
  4. Impressionen Video

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Werbekugelschreiber gibt es schon für ein paar Cent, und auch die Werbetaschen kosten nicht mehr als ein bis zwei Euro. Dagegen ist die Standmiete schon eher ausschlaggebend für die Kosten-Nutzen-Analyse eines Messeauftritts. Zwischen 199 und 257 Euro kostete der Quadratmeter für die drei Tage. Siemens mit der größten Ausstellfläche dürfte grob überschlagen 900.000 Euro für den Boden bezahlt haben. Dazu kommt der Stand an sich, die Personalkosten inkl. Reisekosten und die Objekte, die sie ausstellen. Die paar hundert oder tausend Euro für die Werbemittel fallen da nicht weiter ins Gewicht.

Der Werbefachmann Stuart Henderson Britt sagte, dass ohne Werbung Geschäfte zu machen so sei, als winke man einem Mädchen im Dunkeln zu.
Und so bietet jeder irgendetwas an. Etwas, woran sich die Kunden erinnern, es mitnehmen und damit werben, oder etwas, wodurch sie sich mit den Ausstellern unterhalten.

Alle Stände hatten Kugelschreiber. Viele hatten Umhängetaschen, es gab aber auch Werbe-Hula-Hoop-Reifen und eine Firma hatte mit ihrem Steuerungselement kurzerhand eine Barkeeper-Maschine aufgebaut. Es gab Stände, die Waffeln verteilten oder Stollen. Manche boten Snacks, andere ein Weißwurstfrühstück. Firmen wie Bosch Rexroth boten ein eigenes Restaurant mit Frühstück, Mittagessen und Zwischenmahlzeit an. Allerdings konnte man dort nur essen, wenn man mit einem Kundenberater sprach.

Die Messebesucher begrüßten das kostenlose Essensangebot, und nur die wenigsten griffen auf die Currywurst für zehn Euro zwischen den Hallen zurück.
Am Ende des Tages schien die ganze Messe gelb behangen. Auf nahezu jeder Umhängetasche prangte der ‚Pilz‘-Firmenname. Die Marketingabteilung dürfte sich freuen.

Die nächste SPS IPC Drives findet in Nürnberg vom 25. – 27. November nächsten Jahres statt. Besuchen Sie die Messe. Ein-Tages-Tickets kann man sich kostenfrei herunterladen – und Kugelschreiber kann man immer gebrauchen.

von Erik Lauks

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