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Henri Becquerel trug sogar eine gewisse Zeit lang ein Glasröhrchen mit Radiumsalz, das er von Marie erhalten hatte, in seiner Westentasche. Das rief eine Verbrennung hervor, die schließlich sieben Jahre später Ursache seines frühen Todes war. Pierre Curie beließ es nicht bei Selbstversuchen. Er ging, zusammen mit Bourchard und Balthazard, zu Experimenten an Tieren über. Den Forschern gelang es nachzuweisen, dass Radium dazu genutzt werden kann, kranke Gewebe zu zerstören. Das neue Gebiet wurde „Curietherapie“ genannt.

 

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Pierre, Irène und Marie Curie (c) wikimedia / Quelle: scanned from Helena Skłodowska-Szalay: Ze wspomnień… Nasza Księgarnia, Warsaw, Poland, 1958
Datum: 1890

Am 10. Dezember 1903 wurden die Curies zusammen mit Henri Becquerel mit dem Nobelpreis in Physik, für die Entdeckung der Radioaktivität, ausgezeichnet. Bei Pierres berühmten Pflichtvortrag über das Radium in Stockholm erklärte er seine Ansicht über das Element. Er meinte, dass „die Menschheit aus neuen Entdeckungen am Ende mehr Gutes als Schlechtes gewinnen wird.“

Im April 1906 fuhr er, überarbeitet und schmerzgeplagt, mit seiner Frau und den beiden Töchtern in das Tal Veleé Chevreuse. Nur wenige Tage später starb er bei einem Unfall mit einer Pferdekutsche.

Der plötzliche Tod ihres Mannes war für Marie der härteste Schicksalsschlag in ihrem Leben. Trotz ihrer Verzweiflung und des lähmenden Gefühls konnte Marie ihrer Verpflichtung nicht entfliehen. Sie hatte ihr Haus, ihre Kinder und den Unterricht an der Hochschule. Im Folgemonat durfte sie die Vorlesungen Pierres an der Sorbonne übernehmen. Obwohl sie formal nicht zur Professorin ernannt wurde, war sie die erste Frau in Frankreich, die eine solche Stellung im Hochschulwesen einnahm. Die unter Marie durchgeführten Arbeiten betrafen verschiedenste Probleme der Radioaktivität. Viele sollten die Radioaktivität verschiedenster Mineralien und chemischer Verbindungen zu untersuchen. Es wurden genaue Methoden zur Abtrennung bestimmter radioaktiver Substanzen, wie die des Uran X ausgearbeitet. Um den Radiumanteil in den Präparaten zu bestimmten wurde die Ionisation der Luft gemessen. Das heißt der Stand ihrer „Elektrisierung“. Mit dieser Methode konnte man noch eine Radiummenge bestimmen, deren Masse kaum ein Milliardstel Gramm ausmachte.

Im Dezember 1911 erhielt sie zum zweiten Mal den Nobelpreis. Diesmal für Chemie für die Reindarstellung des Radiums. In ihrem „Nobelvortrag“ in Stockholm erinnerte sie den Verdiensten Pierres an der Arbeit.

Zwei Jahre später befasste sich Marie erneut mit dem Element Polonium. Da Polonium aber nicht beständig ist, war es im Gegensatz zu Radium schwer anzuhäufen. Die Halbwertszeit des Radiums beträgt 1620 Jahre, die des Poloniums nur 138 Tage. Mithilfe Adré Debiernes löste sie auch dieses Problem ein Jahr später. Der rasche natürliche Zerfall des Poloniums bewirkte, dass in kurzer Zeit an seiner Stelle aus dem ihm hervorgehende Zerfallsprodukt entstand – Blei.

Als 1916 die Deutschen in Frankreich einmarschierten, meldeten sich viele Frauen zum Sanitätsdienst. Marie schlug einen anderen Weg ein. Sie fertigte ein Verzeichnis aller Röntgenapparate an, die in der Umgebung zu finden waren und versandte diese mit Genehmigung an Krankenhäuser. Außerdem organisierte sie die Schulung für die Bedienung der Apparate.

1925 bekam Irène Curie ihre Doktorwürde im Chemie-Laboratorium. Schon 1929 begann sie eine neue Methode zur Gewinnung von hoch aktivem Radium auszuarbeiten. Bei der Entwicklung hat ihr Mann Frédéric einen großen Beitrag geleistet. 1931 begann die erfolgreiche Zeit von Irène und Frédéric Joliot. Im Verlauf gemeinsamer Untersuchungen stellen sie fest, das sich Aluminium in radioaktives Phosphor verwandelt, in sein radioaktives Isotop, das mit dem Symbol Phosphor 32 bezeichnet wird. Das Ehepaar wurde dafür mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

Auf einem Autoausflug Maries mit ihrer Schwester Bronislawa nach Südfrankreich erkrankte Marie im Alter von 67 Jahren schwer mit Fieberschüben bis über 40 Grad Celsius. Die Blutanalyse ergab die Diagnose: bösartige Anämie. Die Strahlung durch die radioaktiven Substanzen, denen sie sich ausgesetzt hatte, griffen ihren Organismus an. Am 4. Juli starb Marie. Sie bleibt ein Vorbild für künftige Generationen. Auch Albert Einstein hatte eine Meinung zu Marie: „Madame Curie ist unter allen berühmten Menschen der Einzige, den der Ruhm nicht verdorben hat.“

So lächelt heute nur noch die animierte Marie Curie auf der Internetseite für Kinder, um sie für Physik und Chemie zu begeistern, um zu beweisen, dass sich Widrigkeiten überwinden lassen, sich die Welt verändern lässt.

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