logo


In Bayern soll im September der erste Studiengang in Homöopathie starten. Bei vielen Schulmedizinern stößt dies auf Kritik, ist das Verfahren zur Herstellung doch seit seiner Entstehung umstritten.

pillenMan nehme einen Tropfen einer Urtinktur und vermenge diese mit zehn Tropfen Wasser. Nun wird dieser Vorgang noch elf mal wiederholt – fertig ist das hoöopathische Arzneimittel der Verdünnung D 12. Einfacher ausgedrückt ist das ein Tropfen auf 25 große Schwimmbecken.

Für die Meisten ist es schwer vorstellbar, dass das gewonnene Produkt nun ein Medikament ist. Doch genau das soll in der Homöo-Akademie im bayerischen Traunstein gelehrt werden.

„Forschung in der Homöopathie zielt einzig darauf, den Vorwurf der Unwirksamkeit zu widerlegen“, kritisierte Norbert Aust von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). Demnach hätte sich in der Homöopathie seit der Entstehung vor 200 Jahren nichts Wesentliches geändert. Die Werke des Gründers Samuel Hahnemann würden einfach übernommen und für richtig erklärt werden.

Doch warum wurde ein Studiengang in einem derart umstrittenen Feld überhaupt zugelassen? Der Berliner Senat, die zuständigen Aufsichtsbehörde, genehmigte diesen bereits 2012. Hier ging es aber nur um rechtliche Verfahren. Ob das neue Fach wissenschaftlich ist, muss später von einer Akkreditierungsagentur abgesegnet werden. Doch hier ist das Problem: Die Agentur verlässt sich darauf, dass eine von der Landesregierung zugelassene Hochschule die Bedingungen der Wissenschaftlichkeit selbst überprüft. Anders ausgedrückt in den Worten von Olaf Bartz, Geschäftsführer des Akkreditierungsrates in Bonn: „Die Akkreditierungsverfahren beruhen auf der Voraussetzung, dass die Studiengänge von regulären Hochschulen angeboten werden, deren Wissenschaftlichkeit nicht in Frage steht.“

 

von Sebastian Kamper

Hinterlasse einen Kommentar

*