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Antoine-Henri Becquerel und die Entdeckung der Radioaktivität

Henri_Becquerel

Eine unschädliche Strahlendosis gibt es für den Menschen nicht.“
Mit diesen Worten hörte der Artikel vom Spiegel (Ausgabe 19/86) über die kurz zuvor passierte Tschernobyl-Katastrophe auf. Durch einen Bedienfehler kam es am 26. April 1986 zum Nuklearen Supergau, der mehreren hundert Menschen das Leben kostete.

Dies hatte sich 1903 noch keiner vorstellen können, als Antoine Henri Becquerel zusammen mit dem Ehepaar Curie den Nobelpreis für die Entdeckung der Radioaktivität überreicht bekam.

Der am 15. Dezember 1852 in Paris geborene Henri Becquerel stammte aus einer Wissenschaftlerfamilie.

Sein Vater war der Entdecker des photoelektrischen Effekts und dessen Vater einer der 72 Wissenschaftler, die auf dem Eiffelturm verewigt wurden. An der angesehenen Ècole Polytechnique in Paris begann Henri Becquerel im Alter von 24 Jahren seine akademische Karriere.

Nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl wurden 218000 Quadratkilometer, was fast der Fläche Großbritanniens entspricht, mit 37.000 Becquerel (37 KBq) Cäsium pro Quadratmeter verseucht. Erst ein Jahr zuvor wurde die Messeeinheit Radioaktivität, zum Gedenken an den Entdecker der radioaktiven Strahlung, von Curie in Becquerel geändert. Und das, obwohl Henri Becquerel erst durch einen Zufall auf diese, ihm damals noch unbekannte Strahlung stieß. Der Auslöser für Becquerels Forschungszufall kam von dem Deutschen Conrad Röntgen, welcher 1995 die Materie der durchdringenden Strahlung entdeckte, denen er den Namen X-Strahlen gab. Henri Poincaré stellte die Ergebnisse des Deutschen am 10. Januar 1896 auf einer Sitzung der Pariser Akademie der Wissenschaften vor. Auf eine Frage Henri Becquerels erklärt er, dass die mit Hilfe einer Kathodenstrahlröhre erzeugten X-Strahlen von der Stelle der Anode ausgingen, die unter Beschuss am stärksten leuchte. Mit der Lumineszenzforschung in den Genen und der passenden Ausrüstung im Labor macht sich Becquerel sogleich an die Arbeit, den X-Strahlen fluoreszierende Stoffe nachzuweisen.

Photoplatte (c) wikimedia

Photoplatte (c) wikimedia / American Institute of Physics

Das Experiment Becquerels war relativ einfach, er wickelte eine photographische Platte in mehrere Bögen undurchsichtigem Papier und platzierte darauf eine kleine Probe Uransalz, welches bei Einstrahlung von Licht fluoresziert.

Dieses Paket stellte er in die Sonne und wartete ab. Tatsächlich schwärzte sich die Platte dort an den Punkten, an denen die Probe gelegen hatte. Daraus schloss der Forscher auf eine ähnlich durchdringende Strahlung, ähnlich der X-Strahlung, in Folge von Fluoreszenz. Ein Irrtum. Um seine These zu festigen, wollte Antoine Henri Becquerel einen weiteren Versuch starten. Doch wie das Wetter so spielt, schien an den Tagen Ende Februar die Sonne nicht. Deshalb entschloss sich Becquerel den fertigen Versuchsaufbau in einer dunklen Schublade zu lagern. Am ersten März 1896 entschloss er sich die Platten aus der Schublade zu holen und zu entwickeln. „Ich entwickelte die Platten am 1. März in der Erwartung, nur schwache Abbildungen zu finden.“, so Henri Becquerel später. Doch wie der Zufall es so will, passierte das Gegenteil. Die Umrisse erschienen auf der Photoplatte mit großer Intensität. „Die Silhouetten erschienen in großer Deutlichkeit. Ich dachte mir sofort, dass der Prozess in völliger Dunkelheit vonstatten gehen müsse“, berichtete er der Akademie der Wissenschaften. Damit war Fluoreszenz ausgeschlossen, es musste sich um eine spontane, von Licht unabhängige Strahlung des Uransalzes handeln. Marie Curie taufte diese „Becquerel-Strahlung“ später Radioaktivität. Doch bis dahin war es noch ein langer Weg für Antoine Henri Becquerel, denn die Welt der Wissenschaftler interessierte sich kaum für seine Entdeckung.

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Ich bin der Gründer und Chefredakteur von PolTec-Magazin und Student an der Technischen Hochschule Nürnberg GSO im Fach Technikjournalismus und Technik-PR (seit dem Wintersemester 12/13).
Gerne folgt mir auch auf meinen sozialen Kanälen 🙂
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