logo


Mit einer Milliarde Euro subventioniert der Staat jährlich Wohnraumförderung. Dem Gedanken nach kommt dieses Geld und somit diese Wohnungen bedürftigen Personen zugute. Das entspricht dem was wir in Deutschland unter „sozialem Wohnungsbau“ kennen. Doch diesen gibt es seit langem nicht mehr. Seit das Gesetzt zur „sozialen Wohnraumförderung“ etabliert wurde sinken die Zahlen von Sozialwohnungen stetig.

DSC_0050

Bei uns wird durch die hohen Mietpreise in den Großstädten eine imaginäre Mauer zwischen den Schichten errichtet.”, findet Soziologe Andrej Holm. Aber warum? Bund und Länder subventionieren doch den Wohnraum. Was unbekannt ist, ist dass fast die Hälfte dieser Milliarde nicht in den Bau von Sozialwohnungen fließt, sondern den privaten Wohnungsbau fördert. So wurden in dem Zeitraum von 2006 bis 2012, laut einer Statistik von Immowelt, in Bayern 24.901 Einheiten privater Wohnraum gefördert. Im selben Zeitraum wurden jedoch nur 9.112 Wohnungen für sozial Schwächere gebaut.

Präsident des Deutschen Städtetag und Oberbürgermeister der Frankenmetropole Nürnberg, Ulrich Maly weiß, dass sich das Problem in Zukunft noch verschärfen wird, besonders betroffen sind die Großstädte und die Universitätsstädte”. So die Prognose von Maly. Dafür gibt es mehre Hinweise, so sank die Zahl der Sozialwohnungen von 3,9 Millionen (1987) auf 1,8 Millionen im Jahr 2001. Dies entspricht ungefähr einem Verlust von 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr. Aber was passiert mit den Wohnungen?

Sozialer_Wohnungsbau_Infografik_Ueberblick_11082014csm_Sozialer_Wohnungsbau_Bayern_d6fe711e90

Nach einer bestimmten Laufzeit, meist zwischen 15 und 20 Jahren verliert eine Sozialwohnung ihre Mietpreisbindung. Folgerung: Der Mietpreis kann frei bestimmt werden und das Objekt an jedermann vermarktet werden.

„Ich hoffe sehr, dass die Bundesregierung sich nicht mit der Gründung eines ‚Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen‘ zufrieden gibt, sondern einen dauerhaften preisgebunden Wohnungsbau auch praktisch auf den Weg bringt.”, fordert der Berliner Soziologe Andrej Holm.

Doch wie kann so etwas aussehen, besonders da in vielen Städten eine akute Wohnungsnot herrscht. Für den Präsidenten des deutschen Städtetags Ulrich Maly liegt die Lösung auf der Hand: „Um die Knappheit zu beenden und Bauland zu mobilisieren, muss auch auf so genannte Konversionsflächen zurückgegriffen werden. Das sind zuvor gewerblich genutzte Areale. In Nürnberg betrifft das beispielsweise die ehemaligen Flächen von Quelle und AEG, auf denen nicht nur Gewerbe sondern auch Wohnungen entstehen.”

csm_Sozialer_Wohnungsbau_Berlin_9a54627166csm_Sozialer_Wohnungsbau_BadenWuerttemberg_1700ffe1b6

Das dieses Problem real ist, zeigt eine Erhebung der Europäischen Union. So sind fast 16 Prozent aller Deutschen von Armut bedroht oder betroffen. Dies sind in etwa 12,9 Millionen Deutsche, für die es in Städten immer schwieriger wird eine Wohnung zu finden. Hinzu kommt eine große ungleiche Verteilung der Bevölkerung. So sind die Mieten für eine Wohnung in Leipzig circa dreimal so niedrig wie in München. In Mecklenburg Vorpommern stehen unter anderem Sozialwohnungen leer, während in Köln nicht genug neue gebaut werden können. Die Jahre werden zeigen, wie es mit der Wohnraumförderung weitergeht und inwieweit die Mietpreisbremse helfen wird, bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen.

Sie wollen noch mehr zu diesem Thema wissen: Sozialer Wohnungsbau ade – Staat fördert Wohneigentum für Mittelschicht (Immowelt)

Anmerkung: Dieser Artikel erfolgte in Zusammenarbeit mit der Redaktion von Immowelt.

Infografiken zur Verfügung gestellt von (c) Immowelt

Weitere Artikel

Interaktive Karte: Alles zu den Konflikten der Welt
Steueroase Deutschland
Video: Die Zukunft der Roboter
Ich bin der Gründer und Chefredakteur von PolTec-Magazin und Student an der Technischen Hochschule Nürnberg GSO im Fach Technikjournalismus und Technik-PR (seit dem Wintersemester 12/13).
Gerne folgt mir auch auf meinen sozialen Kanälen 🙂
Ich bin der Gründer und Chefredakteur von PolTec-Magazin und Student an der Technischen Hochschule Nürnberg GSO im Fach Technikjournalismus und Technik-PR (seit dem Wintersemester 12/13). Gerne folgt mir auch auf meinen sozialen Kanälen :)

Hinterlasse einen Kommentar

*