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Das „Tōhoku-Beben“ und seine Folgen

 

Um 14.46 Uhr Ortszeit nahmen die Dinge ihren unaufhaltsamen Lauf. Es sollte nichts mehr so sein wie zuvor. Vor drei Jahren, am 11. März 2011, hatten sich die pazifische und die nordamerikanische Erdplatte vor Japans Küste so verschoben, dass ein gewaltiges Beben entstand. Das „Tōhoku-Beben“.

 

Das „Tōhoku-Beben“ löste eine Flutwelle aus, die hunderte Kilometer breit und an einigen Stellen 30 Meter hoch war. Mit einer gewaltigen Wucht prallte der Tsunami auf die japanische Küste und begrub alles unter sich: Häuser, Autos, Menschen; und das Kernkraftwerk Fukushima mit seinen sechs Atomreaktoren, wovon vier mit Meerwasser überschwemmt wurden. Da die Notstromaggregate ausfielen, konnten die Reaktoren nicht mehr gekühlt werden. Dies hatte Kernschmelzen und Wasserstoffexplosionen zur Folge. Bis heute läuft verstrahltes Wasser aus dem Atomkraftwerk in den Ozean. Das Unternehmen Tepco, welches für Fukushima zuständig ist, spricht von täglich 300-400 Tonnen.

Am 18. November 2013 hatte Tepco mit dem Abtransport der stark heruntergekühlten Brennelemente begonnen. Ende diesen Jahres will Tepco nach eigenen Angaben damit fertig sein. Das Land Japan macht mit der Außerbetriebnahme des Atomkraftwerkes gute Fortschritte, auch wenn die Lage immer noch äußerst verzwickt ist.

Hätte dieser katastrophale Unfall, der schlimmste seit Tschernobyl 1986, verhindert werden können? Definitiv. Es handelt sich bei der Nuklearkatastrophe nicht um eine Naturkatastrophe, sondern um einen von Menschenhand verursachten Unfall. Denn die Möglichkeit eines Bebens oder eines Tsunamis hätte von vorneherein eingeplant werden müssen. Dementsprechend hätte das Gebäude, in dem sich das Atomkraftwerk befindet, stabilisiert werden müssen, wie es jetzt nachträglich nach und nach geschieht.

Im Land Japan versorgten 54 Kernkraftwerke die Bewohner mit Strom. Nach dem Unfall in Fukushima sind alle Kraftwerke abgeschaltet worden. Nun bezieht Japan seinen Strom aus Öl- und Gaskraftwerken, für die teure, da nicht nachwachsende Rohstoffe verwendet werden müssen. Japan benutzt (noch) keine regenerativen Energien bzw. baut keine regenerativen Kraftwerke. Die unmittelbare Folge: Mindestens 2,4 Milliarden Euro Verlust hat Japan bereits mit der Erzeugung von genügend Strom für das Land gemacht.

Einzig Deutschland, Belgien und die Schweiz haben aus Fukushima Konsequenzen gezogen. In Deutschland wurden acht Kernkraftwerke sofort vom Netz genommen, weitere neun sollen bis 2022 abgeschaltet werden. In Belgien werden bis 2025, in der Schweiz bis 2034 alle laufenden Atomkraftwerke vom Netz genommen.
Genaue Voraussagungen über die Belastung von Strahlen sind schwierig, da die Zusammensetzungen der Radioaktivität immer unterschiedlich sind. Sicher ist nur, dass die Menschen umdenken sollten.
Denn die psychologischen Folgen von Atomkatastrophen sind hoch: Angst und Depressionen, Arbeitsunfähigkeit und Perspektivlosigkeit ließen die Selbstmordraten in nuklear verseuchten Gebieten stark steigen.

 

von Pia Schmitt

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