logo


P1030846Am vergangenen Samstag fand die Blaue Nacht zum 15. Mal statt. Obwohl die Temperaturen kühl blieben, besuchten nach Polizeiangaben etwa 130.000 Nachtschwärmer die verschiedenen Anlaufpunkte, die unter dem Motto „Sehnsucht“ standen. Über 60 Kultureinrichtungen zeigten etwa 250 verschiedene Programmpunkte und machten klar wie vielschichtig das Thema interpretiert werden kann.

Vier Hochschulen zeigten beeindruckende Projekte. Die TU München pflanzte einen künstlichen Wald mit dem Namen „Waldplastik“ und ließ den Hauptmarkt in Blau- und Grüntönen strahlen. Mit Lichtinstallationen wartete auch die Akademie der Bildenden Künste auf, die Kunstwerke wurden mit speziellen Spots und Lichteffekten zum Leben erweckt. Zum 300. Geburtstag des Komponisten Christoph Willibald Gluck spielten Studierende der Musik-Hochschule die Nacht über seine Werke. Als Neueinsteiger an der Blauen Nacht präsentierte die TH Nürnberg eine interaktive Großprojektion in der Katharinenruine am Cinecitta. Im Inneren der Ruine, zeigten die Studierenden des Studiengangs Media Engineering wie den Sehnsüchten der Besucher Flügel verliehen werden können.

Etwa zwei Semester Arbeit steckten die neun Studierenden in die Umsetzung und Gestaltung ihres Projekts „OHMinteractive“. Dabei wurden sie von der Firma Billmann, mit aufwendiger Veranstaltungstechnik unterstützt. Das Motto „Sehnsucht“ sollte dem Besucher so nahe wie möglich gebracht werden und gleichzeitig Spaß machen. Auf der rechten Seite der Ruine standen fünf Touch-Displays bereit, um die Sehnsüchte der Besucher entgegenzunehmen. P1030892Nach der Eingabe konnten die Zuschauer beobachten, wie ihre Texte und Zeichnungen sich in Form einer Blase, an der Wand entlang zur Mitte in Richtung Herz bewegten. Das 3D-modellierte Herz wurde an eine 6m x 4m große Leinwand projiziert. Dort angekommen, brachte jede eingesogene Blase das Herz zum Schlagen und bot den Anwesenden ein optisches und akustisches Schauspiel. Nach der „Bearbeitung“ der Sehnsüchte durch das Herz, entließ dieser einen Vogel zur linken Wand hin. So sollte symbolisiert werden, dass die Eingaben der Besucher frei- und womöglich auch wahr – werden können. Zusätzlich konnten die Nachtschwärmer ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen, über Kinect-Kameras wurden die Bewegungen registriert und als abstrakte Silhouette an die Wand projiziert, mit der die virtuellen Vögel gesteuert werden konnten. Das Konzept wurde durch das Zitat „Alle Welt sehnt sich nach Freiheit, und doch ist jedes Geschöpf in seine Ketten verliebt!“, von Sri Aurobindo geprägt.

Die Reaktionen der Zuschauer entlohnten die Monate lange Mühe der Studierenden und Projektbetreuer. „Ich finde es absolut beeindruckend!“, „Wie haben die das bloß gemacht?“, so Marc Hermanns und Lisa Baier.

Am Ende der Blauen Nacht besuchten, nach groben Schätzungen der Veranstalter, etwa 4000 Menschen dieses Projekt. „Wir sind überwältigt von der Resonanz der Leute und hoffen auch in den nächsten Jahren ähnlich beeindruckende Projekte auf die Beine stellen zu können.“, Prof. Heinz Brünig, Projektleiter für die TH Nürnberg.

Hinterlasse einen Kommentar

*